Der Hof
#1
Der Hof

Direkt hinter dem Fachwerkhaus liegt der Hof des "Gasthauses zum Drachen". Zweimal in der Woche liefern hier Fuhrwerke alltägliches für die Küche wie Gemüse, Brot und Mehl an. Gelegentlich bringt ein Händler auch wertvollere Güter, wie Salz oder Öle.
Zu besonderen Festtagen, werden Bänke herbeigeschafft, ein Tanzboden aufgebaut und die Sperrstunde vergessen. Hauptsächlich jedoch tummeln sich hier die Kutschen Reisender, Mulis von Wandernden, die Rösser des ein oder anderen wohlhabenderen Bürgers oder die Reittiere von Söldnern, Priestern und wohl auch Pferdedieben. Diese finden Wasser, Futter und Ruhe im angrenzenden Stall.
Zitieren
#2

Chantal Cecon

Schneiderin
Mensch
Zurück Weiter


Chantal atmete tief ein und aus, blickte die Fassade hinauf zu ihrem Zimmer. Würde sie weiterhin hier leben oder in Zukunft in der Schneiderei? Sie hoffte es inständig, dass ihr größter Wunsch eines normalen Stadtlebens in Erfüllung gehen sollte.

Der Himmel über Aron war dunkel, nur der Mond erhellte teilweise den Nachthimmel. Wolken zogen vorbei. Von fern hörte sie einen Hund anschlagen, der aber auch schnell wieder verstummte.

Leise ging sie zur Stalltür. Sie öffnete sie und hörte das zufriedene Malmen der Pferde, ein Schnarchen aus dem Strohlager und Mäuse, die piepend über den Stallboden huschten. Aber all das war beruhigender als das, was sie noch vor ein paar Stunden in ihrem Zimmer im Gasthaus erlebt hatte.
Zitieren
#3

Thyk Feuerschild

Söldner
Zwerg
Zurück Weiter


Wahrlich werte Dame, das kann ich mir Vorstellen, auch wenn sie nicht danach ausschauen. Doch meistens sind es die Personen die nach keinem Kampf oder nach einer Kampfausbildung aussehen, die vor denen man sich in Acht nehmen sollte. Gerade die Elfen mit ihrer Magie sind unberechenbar.“ antworte er mit einem Lächeln, nach dem er zusammen gezuckt ist. 


Dann verneigte sich Thyk ihr gegenüber, „Mein Name ist Thyk Feuerschild aus Khaz-Dumron. Ich muss mich nochmal bei Ihnen für die Unannehmlichkeit im Gasthaus entschuldigen. Wie sagen die Menschen doch so gern.“ er lachte nochmal kurz, „Mit mir sind wohl die Pferde wieder durchgegangen.“


Da der Zug an seiner Pfeife schon etwas nach Asche schmeckte, griff er in seinen Beutel und holte ein paar Krümmel vom Tabak raus, die er dann in die Pfeife streute. Er zog erneut daran das der neue Tabak auch anfing zu glühen, „Wisst ihr die Axt ist ein wichtiges Erbstück. Der Mann hätte nur etwas Rücksicht nehmen müssen, dann wäre dies nicht passiert. Außerdem kann ich es nicht ausstehen, wenn jemand dann noch weiter die Frechheit besitzt, sich weiterhin unfreundlich zu benehmen.“ beim Ausatmen achtete Thyk darauf, das der Rauch nicht die Elfin einhüllte.


Kurz wurden beide von einem Mann gegrüßt und direkt befragt, ob die Frau am Trog zu ihnen gehörte und was diese hier draußen machten. Thyk selbst drehte sich zum Mann, er erkannte sofort das dieser zur Wache gehören musste, oder einer anderen militärischen Einheit. Dann räusperte er sich kurz, damit seine Stimme nicht noch kratziger wirkte, als sie schon ist „Seit gegrüßt werter Herr, ich bin hier um etwas frische Luft und meine Pfeife zu genießen. Im Gasthaus selbst ist es ziemlich voll und ich wollte dort nicht noch die Luft stickiger machen mit meinem Rauch.“ dabei wies er mit dem Daumen über seiner Schulter auf das Gasthaus zum Drachen. Er lächelte zwar noch weiter, doch bemerkte er, dass die Hand des Mannes in die Richtung des Schwertknaufs wanderte. Das könnte Lustig werden, wer weiß vielleicht werden wir noch unseren Spaß habenThyk ignorierte die Stimme und griff langsam in seine Tasche. Er wollte nicht noch den Mann provozieren, in dem er zu schnell die  kunstvoll verzierte Metallschachtel aus dem Beutel holte. Bitte lass es nicht zum Kampf kommen, dachte er sichals er die Pfeife darin leerte und erneut über die Initialen fuhr. 


Thyk packte die Schachtel wieder weg und räusperte sich erneut, „Was würde passieren, wenn ich sage, dass diese Frau zu mir gehört?“ Kaum die Worte ausgesprochen, merkte er erst, was aus ihm raus sprudelte. Wie ich merke, willst du es doch auch zu einem Kampf kommen lassenDie Stimme lachte, bevor sie weiter fuhr. Du würdest sonst mehr auf deine Worte achten mein guter. Wahrlich einen guten Kampf kann kein Zwerg aus Khaz-Dumron widerstehen„Seih ruhig.“ zischte Thyk leise. Doch auch er wusste, dass die Worte eher provozierend wirken mussten, als alles andere. Er bemerkte nicht, das eine weitere Person bei dem Mädchen am Stall gewesen war.
Zitieren
#4

Cliodhna aep Caomhan

Vagabundin
Elfin
Zurück Weiter


Innerlich lachte die Elfe leicht, doch nach Außen drang nur ein verhaltenes Schmunzeln. Wenn er wüsste... Nun, sie war sicherlich keine meisterhafte Fechterin, doch sie war auch ohne Magie zu weit mehr in der Lage als ihr Äußeres verriet - zugegeben, das gereichte ihr oft zum Vorteil, denn tatsächlich neigten gerade die gröberen Völker dazu, sie schwerlichst zu unterschätzen.

"Nur gut, dass es Euch gelungen ist, diese zu zähmen", erwiderte die Elfe, bevor auch sie sich formvollendet vorstellte. "Mein Name ist Cliodhna aep Caomhan, doch meine Herkunft war stets und bleibt wohl auch Gegenstand heftiger Diskussion", erläuterte sie wahrheitsgemäß, legte ihm jedoch nicht gleich ihre ganze Lebensgeschichte da. Er würde schon fragen, wenn es ihn interessierte, denn auf den Mund gefallen zu sein schien er nicht.

Doch selbst wenn er das vorgehabt hatte, wurden sie unterbrochen, nur kurz nachdem der Zwerg sein Verhalten im Gasthaus erklärt hatte. Die Elfe verstand, konnte jedoch nicht nachvollziehen, denn sie konnte sich nicht vorstellen, durch so etwas in Rage versetzt zu werden. Doch andererseits war sie auch kein Zwerg.
Unterbrochen wurden sie von einem Mann in Rüstung - und wenn ihr Gedächtnis sie nicht täuschte, was es kaum jemals tat, wies ihn diese als Teil der Wache aus. Als durchaus hochrangigen Teil der Wache.
"Seid gegrüßt", gab sie denselben Gruß mit leicht geneigtem Kopf zurück, doch ihre Augen waren wachsam, trotz der ausgetauschten Höflichkeiten.

Nicht zu Unrecht, wie sie feststellte. Die Schultern der Elfe spannten sich leicht, als ihr bewegungsloser und scheinbar ungerührter Blick die kleine Bewegung zum Schwertgriff erfasste. Zu ihrer Verärgerung hatte sie ihren steten Begleiter, den Bogen aus Amirith, nicht dabei, war es als Elfe und dazu noch Magiebegabte doch schon schwierig genug, auch ohne derlei Zeug in die Stadt zu kommen, in der ihresgleichen wohl nicht besonders willkommen war. Statt dass also auch ihre Hand zur Waffe fuhr, machte sich in der Luft ein statisches Knistern breit. Nicht bedrohlich oder gar gefährlich, doch das war auch nicht die Absicht der Elfe. Es war lediglich eine sanfte Warnung - ein Ausdruck ihres Unmuts, wenn man so mochte. Weder ihre Haltung noch ihr Ausdruck veränderten sich dabei jedoch, sodass man das Knistern auch einem nahenden Gewitter hätte zuschreiben können - wäre der Himmel nicht blau und die Straßen sonnendurchflutet. Stattdessen sah sie den grob aussehenden Krieger mit dem immer selben, sanften Lächeln an.

"Nun, ich musste zu meinem größtem Bedauern feststellen, dass sich in dem Gasthaus trotz seines guten Rufs Gestalten ohne jedwede Manieren herumtreiben. Mir..." Sie schob die Lippen leicht vor. "... verging die Lust, dort zu essen. Und ich weiß nicht, wie es mit meinem Bekannten hier aussieht, doch ich für meinen Teil weiß..." Cliodhna hüstelte leicht hinter vorgehaltener Hand, als sich ihre Kehle verengte. Sie hatte sagen wollen, dass sie nichts über das Mädchen wusste, doch das stimmte so nicht, weshalb sie nach abermaligen Räuspern ihren Satz etwas anders fortsetzte. "Ich weiß nicht, wer sie ist." Die Elfe ließ sich nicht anmerken, dass die Unterbrechung nicht auf Staub in der Kehle zurückzuführen war, und solange der Soldat nicht magisch außerordentlich begabt war, hatte er wohl die schwachen Schwingungen von Magie, die mit dem ihr auferlegten Fluch kamen, nicht bemerken können.

Als ihre feinen Ohren die gedämpfte Stimme des Zwerg vernahmen, der mehr mit sich selbst als mit jedem anderen zu sprechen schien, warf sie ihm einen kurzen Blick zu, ihre Lippen kräuselten sich leicht in Belustigung. Sie hatte es gesagt. Des Wahnsinns, die Stadt und der Zwerg.
Zitieren
#5

Gabriel von Gond

Hauptmann der Stadtwache / General Gonds
Mensch
Zurück Weiter

Sabina

Legat der dreiundzwanzigsten Legion
Mensch
Zurück Weiter


Der Legionär begann zu lächeln. Es war kein breites Lächeln, vielmehr ein leichtes nach oben ziehen der Mundwinkel.
„Bitte, ich stelle keine Gefahr für Euch dar“,erwiderte der Gerüstete als er die achtsamen Bewegungen des Zwerges sah und das leise Knistern eines magischen Feldes wahrnahm. Mit einer demonstrativ offen gehaltenen Bewegung griff er zu den kleinen Schleifen die seinen blauen Wappenrock an beiden Seiten zusammenhielten. Schnell löste er sie und zog sich das Erkennungszeichen seines Ranges über den Kopf.

Der Zwerg und die Elfe konnten nun einen gondschen Spangenpanzer betrachten der äußert gut gepflegt wurde. Kein Krümelchen Schmutz und kein Fleckchen Rost verunzierten das blanke Metall der Rüstung. Auch seine Arm und Beinschienen waren in hervorragendem Zustand.
Und doch konnte der kundige Betrachter feststellen das der Mann in der Rüstung diese nicht nur wegen seiner Wirkung trug. Es gab etliche winzige Kratzer und einige vereinzelte, kaum erkennbaren Dellen.
„Mein Name ist Gabriel von Gond“, stellte er sich vor, währen er begann den Wappenrock zusammenzufalten. „Ich bin derzeit der Hauptmann der hiesigen Stadtwache und General der dreiundzwanzigsten Legion.“
Ohne hinzusehen stopfte der Offizier den gefalteten Stoff in die Gürteltasche am Rücken.
Obwohl der breite Schwertgurt des Offiziers den Wappenrock an der Hüfte fixiert hatte, so hing er doch immer über diesem. Für Gabriel war die durch diese Trageart gewonnene Bewegungsfreiheit wichtiger als die eindrucksvollere Erscheinung bei einem ordentlich getragenem Wappenrock.
Der Gürtel selbst war eindrucksvoll Graviert und zeigte auf jedem Metallblättchen entweder das Wappen Gonds, oder das Siegel des Senats.
Auf der linken Seite trug der Offizier nicht das zum Truppenstandart gehörende Kurzschwert, sondern ein schmuckloses Bastardschwert. Auf der rechten Seite hing ein Dolch mit prunkvoll verzierter Scheide. Es war ein Zwergendolch welcher durch seine Kontraste Aufsehen erregte. War die Dolchscheide auch über und über mit den Runden des kleinen Volkes verziert, so war der helle Horngriff zwar meisterlich gearbeitet, aber schmucklos.

„Die Legionärin dort hinten ist mein Legat.“ Der Legionär deutete mit dem Daumen in die Richtung der gerüsteten Frau.


Sabina blickte besorgt auf die junge Frau. Anscheinend hatte sie den Alkohol wirklich nicht vertragen. Der Geruch von Erbrochenem störte sie nicht. Da brauchte es schon mehr damit ihr schlecht wurde. Doch sie wusste nicht was sie tun sollte. Die Frau war kreidebleich geworden und schwitzte. Gleichzeitig fühlte sich ihre Stirn aber unangenehm kalt an. Gleichzeitig bemerkte Sabina dass die Frau immer wieder ohnmächtig wurde.
„Nicht gut“, murmelte sie und legte die alkoholisierte vorsichtig auf den Boden. „Wenigstens scheint dein Magen nun leer zu sein.“
Die Legionärin wusste, dass sie der bewusstlosen helfen konnte, aber die medizinischen Vorräte die sie mit dich führte waren ausschließlich für Legionsangehörige bestimmt. Andererseits, wenn sich herumsprach, dass ein Angehöriger der Legion einer jungen Frau geholfen hatte und nichts dafür verlangte. Es würde sich sicherlich nicht zu ihrem Nachteil entwickeln. Die Einheimischen konnten zu einem wertvollen Verbündeten der Legion werden, doch dafür musste man erst einmal etwas investieren.
Flink zog Sabina einen schneeweißen Beutel aus ihrer Gürteltasche. Ihm entnahm sie ein kleines hölzernes Becherchen, eine Phiole magischer Tinktur, ein kleines bündel Kräuter die mit einer Ockerfarbenen Schnur zusammengehalten wurden und zwei Minzblätter.
Zuerst brach sie den Kopf der versiegelten Phiole ab und goss die Flüssigkeit in das Becherchen. Prüfend blickte sie die Frau an und entschied, das die Hälfte der Kräutermischung für ihr Gewicht reichen müsste. Mit dem rechten Daumen zerrieb sie die getrockneten Pflanzen in ihrer linken Handfläche und gab das grobe Pulver in die Flüssigkeit.
Behutsam hob die Legionärin die junge Frau an, achtete darauf ihren Nacken nicht zu überstrecken und brachte das kleine Gefäß an die Lippen der Bewusstlosen. Ganz langsam ließ sie die Flüssigkeit über die Lippen in den Mund der bunt gekleideten Frau rinnen und freute sich, dass sie die Flüssigkeit abschluckte. Nachdem dies getan war, rollte sie die Minzblätter zu kleinen Kügelchen zusammen und schob diese links und rechts hinter die Unterlippe.
Das Zeug sollte gleich wirken, dachte sie und legte die Frau behutsam auf den Boden. Und wenn nicht, dann benötigen wir einen Heiler!


Gabriel achtete nicht auf Sabina. Er wusste, dass sie nicht seiner ständigen Aufsicht bedurfte.
„Aber um auf Ihre Frage zurückzukommen: Nichts würde geschehen.“ sagte der Offizier und ignorierte das leise knacken einer Phiole. Er wusste was mit der Frau los war. Es war nichts ernstes. Nur eine Person die mehr getrunken hatte als gut für sie war.

Er blickte zur Elfe und nickte. „Da habt Ihr durchaus recht. Der Drache wählt seine Kunden nicht aus. Jeder kann dort hingehen und etwas essen und trinken. Und wo die unterschiedlichsten Personen zusammenkommen und der Alkohol fließt, lässt meist der Streit nicht lange auf sich warten.“ Gabriel zuckte mit den Schultern.
„Ich hätte einen Vorschlag“, begann er langsam. „Ich könnte Euch das Kaminzimmer öffnen lassen. Was haltet ihr davon?“
Gabriel wusste, dass Helen nur auf sein Einverständnis wartete und der Raum nach dem letzten Tumult bereits gereinigt worden war.
Zitieren
#6

Thyk Feuerschild

Söldner
Zwerg
Zurück Weiter


Thyk scheint sichtbar entspannter zu sein, als sich der Mann als Hauptmann der Wache und dazu noch General einer Legion vorstellte. Auch die Rüstung, die er Preis gab, war in einem sehr guten Zustand und nur hier und dar sind kleine Kratzer und Dellen zu erkennen. Das hätte Lustig werden können. Ein General weiß sicherlich seine Waffe zu führen, doch sträubst du dich diesen Spaß entgegen zukommen. „Es wird nicht zu diesem ‚Spaß‘ kommen.“, erwiderte er leise, in der Hoffnung, dass es niemand mitbekommen hatte, „Mein Name ist Thyk Feuerschild aus Khaz-Dumron. Ich bin hier auf der Suche nach Arbeit, als Söldner, aber ich könnte auch viele Geschichten preisgeben durch meine Reisen.“ fuhr er deswegen geschwind fort.


Er jetzt viel Thyk auf, das jemand bei der jungen Frau gewesen ist, die sich übergeben hatte. Er sah, wie die Gefährtin diese sanft zu Boden legte und etwas zusammen mischte. Als der Wachhauptmann dann Thyk schließlich auch noch sagte, das nichts passieren würde, gehöre diese zu ihm, viel ihm ein Stein vom Herzen. Schließlich, war er in Aron um sich was aufzubauen und nicht um hier noch am ersten Tag, einen Zwist mit der Wache anzufangen. „Diese junge Frau kenne ich nicht, trotzdem hatte ich sie beobachtet, um zur Not jemanden zu holen, der helfen könnte. Des Weiteren würde ich sie nur ungern hier an den Ställen liegen lassen und lieber ein Zimmer in einer Bleibe zahlen.“ kaum diesen Satz gesprochen, seufzte er. Ihm ist eingefallen das er noch gar nicht wusste, wie Teuer die Zimmer im Drachen sind. Ein kleines „Naja.“ huschte über seine Lippen und er zuckte kurz mit den Schultern und fuhr sich über den Bart.


Thyk merkte langsam, das sich in ihm der Durst breit machte und er noch eine Verabredung mit einem kühlen Bier hat. Als der Hauptmann dann noch Cliodhna aep Caomhan anbot, einen extra Raum öffnen zu lassen, hätte er die Möglichkeit, zu seinem Wort zu stehen. Doch würde er nicht versuchen ihre Meinung zu ändern, da er auch Verständnis hatte, das es nicht gerade einen guten Eindruck machte, was dort geschah.
Zitieren
#7

Cliodhna aep Caomhan

Vagabundin
Elfin
Zurück Weiter


Das magische Knistern verwandelte sich auf einen Wink von ihr in eine leichte Brise, die den Geruch nach Erbrochenem verwehte. Nicht unbedingt, weil die Gond'sche Rüstung sie beruhigte - ehrlich gesagt wusste sie nicht, warum der General annahm, das Offenbaren von weiteren Waffen und eines gut genutzten Sektali Sigma würde ihn wesentlich vertrauenswürdiger machen - sondern eher, weil ihre Reaktion ohnehin nicht die auf unmittelbare Gefahr gewesen war. Und weil, sollten sich seine Worte nicht als wahr erweisen, ein kleines Knistern ihr sicher nicht helfen würde.

Statt also ihre Energie - wenn auch eine insignifikante Menge davon - auf diesen Effekt zu verschwenden, wandte sie ihre Aufmerksamkeit kurz den Waffen zu, die er vorher unter dem Wappenrock verborgen hatte. Während sie den Dolch nur allzu gerne mit allen möglichen magischen Mitteln untersucht hätte - immerhin hüteten die zwergischen Runenschmiede ihr Wissen noch verbissener als die Erfinder der Gnome - zog sie beim Anblick des Anderthalbhänders kaum merklich eine Augenbraue hoch. Schnörkellos schlicht, beinahe schon einfach, eine Waffe nach ihrem Geschmack, auch wenn sie ihre Klinge, musste sie denn zu einer greifen, etwas schmaler und leichter bevorzugte.

Sie sagte nichts, während die beiden Männer sich vorstellten, denn ihr Blick war zu der jungen Begleiterin des Hauptmanns abgeschweift, die sich mit durchaus kundigen Handgriffen um die vermutlich noch jüngere Schnapsleiche kümmerte. Einen Augenblick lang überlegte die Elfe, ihre Hilfe anzubieten, soweit ihre Heilfertigkeiten reichten, doch die Legionärin schien zu wissen, was sie tat, und obwohl sie einen besorgten Gesichtsausdruck zur Schau stellte, schien sie nicht wirklich um die Gesundheit der Betrunkenen zu fürchten. Außerdem war das Mädchen nun mal eben das: betrunken, nicht verletzt.

Auf den Vorschlag des Herrn Gabriel wandte sie ihm jedoch wieder den Blick zu. Ihr Schweigen mochte Anlass zu der durchaus zutreffenden Vermutung geben, sie würde nachdenken, doch ihr Gesicht war wie gemeißelt, die Elfe nicht gewillt, jemanden in ihre Gedanken sehen zu lassen. 
Sie hatte nur zu oft zu spüren gehabt, dass alles irgendwann seinen Preis hatte, doch sollte sie das freundliche Angebot des Generals von Gond ablehnen, würde ihr womöglich eine Möglichkeit zur Unterhaltung mit dem durchaus interessanten und wohl leicht verrückten Gesellen von Zwerg neben ihr entgehen. Das wollte sie vermeiden.
Schließlich erwies sich ihre Neugier als größer denn die ohnehin recht schwach ausgeprägte Vorsicht, und sie neigte den Kopf vor dem hochgewachsenen Krieger.

"Ich würde mich freuen", erwiderte sie nach einem Augenblick in einem recht neutralen Tonfall. Einen weiteren Augenblick später fügte sie noch etwas hinzu. "Wollt Ihr Euch dazugesellen, sobald das Sorgenkind" - sie warf dem beiden jungen Frauen auf der anderen Seite des Hofes einen kurzen Blick zu - "wieder laufen kann, oder ruft die Pflicht?" Immerhin hatte sicher nicht nur ein vielgereister Zwerg aus dem fernen Yemahra viel zu erzählen, sondern auch ein Mann aus Gond, der zugleich an einem Ort ein General und am anderen Wachhauptmann war. Cliodhna war durchaus neugierig, wie es zu so etwas kam - und zudem wollte sie wissen, ob sich des Zwergs Geschichten mit den ihren messen konnten!
Zitieren
#8

Gabriel von Gond

Hauptmann der Stadtwache / General Gonds
Mensch
Zurück Weiter

Sabina

Legat der dreiundzwanzigsten Legion
Mensch
Zurück Weiter


Gabriel lächelte als die Elfe und der Zwerg ihre Zustimmung bekundeten.
„Ich glaube mein Stellvertreter hat es ganz gut im Griff“, beantwortete er Cliodhnas Frage. „Aber ich würde das Mädchen gern mit hinein nehmen um sie vor sich selbst und anderen, vorwiegend männlichen, Gefahren zu schützen. Gebt mir einen Augenblick.“

Der General wandte sich von dem ungleichen Paar ab und ging die wenigen Schritte zu seinem Legat.
„Ich habe ihr etwas zur Neutralisation des Alkohols gegeben und etwas gegen die Übelkeit. Dennoch wird sie wahrscheinlich einen ordentlichen Brummschädel haben wenn sie erwacht.“
Flink sammelte die Legionärin ihre restlichen Utensilien zusammen und verstaute sie wieder in der Gürteltasche. Als sie die noch immer bewusstlose anheben wollte wehrte sie Gabriel mit einer kleinen Geste ab.
„Geh lieber vor und öffne mir die Türen, ja?“
Sie nickte und ging mit gemessenen Schritten los, während Gabriel die junge Frau anhob. Dabei achtete er darauf, dass ihre Arme an ihrem Körper lagen und ihr Kopf an seinem Oberarm lehnte. Erst dann folgte er Sabina.
Als er an Cliodhnas und Thyk vorbeiging nickte er ihnen zu und betrat kurz darauf das Gasthaus.



Weiter im Kaminzimmer
Zitieren
#9

Sabina

Legat der dreiundzwanzigsten Legion
Mensch
Zurück

Simon Avenar

Lehrmagier im Magierturm zu Aron
Mensch
Zurück Weiter


Sabina drückte die Tür hinter sich ins Schloss. Die Frau hatte den Gastraum mit gesenktem Kopf und von Tränen verschleierten Blick durchquert. Es war ihr egal wenn sie jemanden angerempelt hatte und es hatte sich niemand beschwert. Sie bedauerte diesen Umstand, denn sie hätte sich gern mit jemanden geprügelt. Einfach nur um die Wut loszuwerden und um sich zu verausgaben.
Sie hatte gedacht das sie die Vergangenheit an Gabriels Seite hinter sich lassen konnte. Die quälenden Erinnerungen abstreifen und ein zufriedenes Leben an seiner Seite führen würde.
„Drachendreck!“, fluchte sie und trat gegen den Wassereimer den sie vorhin frisch gefüllt hatte. Mit einem unbefriedigendem Geräusch landete das Gefäß auf der Seite und eine Lache bildete sich auf dem groben Pflaster.
Sabina widerstand dem Drang ihr Schwert zu ziehen und auf einen der Holzpfosten einzuhauen. Es würde die Gedanken in ihrem Kopf nicht zum Schweigen bringen und unter Garantie würde sie den Schaden begleichen dürfen. Nein, das war es ihr nicht wert.

Ein kurzer Schrei voll von Schmerz und unterdrücktem Zorn kam ihr über die Lippen. Sie konnte nichts tun damit es besser wurde. Der Schuldige lebte nicht mehr. Der Schaden war seit vielen Jahren angerichtet, aber warum kam sie nicht darüber hinweg?
Niedergeschlagen ließ sie sich auf dem Rand eines Troges nieder und barg ihr Gesicht in beiden Händen. Sie wusste das sie sich beruhigen und ihr inneres Gleichgewicht finden musste. Aber es wollte ihr nicht so recht gelingen.

Sabina blickte erschrocken auf als sie sich nähernde die Schritte hörte. Mit einer schnellen Bewegung wischte sie sich die Tränen aus dem Gesicht, doch die Silhouette vor ihr blieb schemenhaft. „Ich werde dich eine Zeit von diesem Leid erlösen.“ Die fremde Stimme klang eindeutig männlich und sie sah wie die Gestalt einen Arm hob. „Doch was dich danach erwartet wird dich nicht erfreuen.“ Die Legionärin griff zu ihrem Schwert und zog die Waffe aus der Scheide. „Sinnlos.“ Sabina schwanden die Sinne und das ihre Waffe aus ihrer Hand und der Scheide rutschte nahm sie nicht mehr wahr. Vollkommene und undurchdringliche Schwärze umfing die junge Soldatin.


Der Kampfmagier umschloss den Körper der Frau mit einem kleinen Zauber und verhinderte so das sie stürzen konnte. Verletzt brachte sie ihm nichts und er benötigte die Kooperation der Legionärin. Schnell trat er zu der Bewusstlosen und legte seine Hand vorsichtig auf ihre Stirn. Dann war die Frau verschwunden.

Langsam holte der Magier etwas aus seiner Manteltasche. Lächelnd warf er einen Blick auf die kleine Kupfermedaille in seiner Hand und ließ sie etwa einen Schritt vom Schwert entfernt auf den Boden fallen.
„Nun General zeigt mir doch wie Ihr spielen könnt.“ Mit einem letzten Blick auf das Gasthaus verschwand der Magier wieder.
Zitieren
#10

Kars (Neunfinger)

Gesetzloser
Mensch
Zurück Weiter



Es war noch dunkel als Kars die Augen aufschlug, aber das erste Licht des Morgen machte sich bereits bemerkbar. Als er sich aufsetzte, wiegten sich Schatten um sein Bett und farbigen Schleier schwebten durch den Raum, aber Kars schenkte den Nachwirkungen des Rauschkrautes keine Aufmerksamkeit. Er hatte die Anstrengungen der langen Ritte und die Qualität des Krautes unterschätzt und war schon nach der zweiten Pfeife eingeschlafen ohne viel mehr als eine Handbreit des starken Branntweines getrunken zu haben. Er nahm einen kräftigen Zug direkt aus dem Krug, Wasser lief ihm über den Bart und er beglückwünschte sich zu seiner ungewollten Abstinenz. Das Kraut allein genossen, war es sanft, aber mit großen Mengen Alkohol geraucht, verhalf es zu einem zu einem scheußlichen Kater, den er sich erspart hatte. Er wischte sich den Bart und stellte den Krug zurück, bevor er sich erhob und sich anzog.

Er war immer noch nachdenklich und etwas melancholisch, aber das Rauschkraut nahm den Kanten der Wirklichkeit noch ihre Schärfe und seine Stimmung hatte sich deutlich gebessert. Mit einer nur halb bewußten Bewegung, die auf lange Übung schließen ließ, verbarg er den Dolch, den er unter das Kopfkissen geschoben hatte, wieder in der Scheide an seinem linken Unterarm. Er schnallte sich den Waffengurt um und schlüpfte in sein Wams. Er wollte hinaus aus diesem Zimmer, auf die Straße, sich die Beine vertreten, denen der lange Ritt immer noch in den Knochen steckte. Sein Bad konnte warten, bis er zurück war. Diese frühe Stunde vor dem Sonnenaufgang, war ruhig und ihm war nicht nach Gesellschaft. Leise verließ er sein Zimmer, daß er sorgfältig versperrte und stieg die Treppen hinunter. Der Schankraum war zwar still, aber er zog es vor, den Hinterausgang zu nehmen. Als er hinaustrat auf den Hof des Drachens, blieb er stehen und atmete ein paar Mal tief die kühle Nachtluft ein. Das vertrieb zwar die Schemen des Rauschkrautes nicht, deren Bewegungen er noch immer aus dem Augenwinkel wahr nahm, aber sie zogen sich ein wenig zurück. Er hatte kein Ziel. So setzte er sich langsam in Bewegung und schlenderte über den Hof in eine der Gassen hinein und verschwand darin.
Zitieren


Gehe zu: