Arbeitszimmer des Hauptmannes der Stadtwache
#21

Gabriel von Gond

Hauptmann der Stadtwache / General Gonds
Mensch
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Sabina

Legat der dreiundzwanzigsten Legion
Mensch
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Der Hauptmann hatte gerade noch über dem Bericht des Serganten nachgedacht als ein leicht verdutzt wirkender Wächter den Raum betrat.
„Herr, ein gewisser Freiherr Alexander von Feldenbach wünscht Euch zu sprechen“, die Stimme des Wächters klang neugierig und gedämpft an das Ohr des Offiziers.
„Er möge eintreten“, war Gabriels schlichte Anweisung. Kurz darauf wurde die Tür geöffnet und ein gepflegt wirkender Mann betrat das Arbeitszimmer. Er erkannte das Wappen unter dem blauen Mantel und den Siegelring nahm er ebenfalls zur Kentniss.
Doch den Hauptmann beschäftigte etwas anderes. Natürlich hatte er eine Kurzfassung des Berichtes niedergeschrieben und ein weiteres Dokument vorbereitet. Ohne den Gruß des Mannes angemessen zu erwidern, setzte sich der Offizier. Dann lenkte er jedoch ein.
„Bitte Herr von Feldenbach, setzt Euch doch.“ Mit diesen Worten bot er dem Adligen einen Stuhl an.
„Freiherr von Feldenbach“, nahm der Offizier den Faden wieder auf. Seine Stimme war ruhig und er blickte den Adligen Offen an. „Heute Nacht wurde die Stadtwache an Ermittlungen bezüglich des Todes von Mitgliedern der Stadtwache behindert.“
Mit einer ernsten Miene und gebührendem Nachdruck schob der Hauptmann dem Freiherren das Dokument zu. Es war eine Kopie der Besitzurkunde des Anwesens derer zu Feldenbach. „Ihr erkennt das Amtssiegel unter dieser Urkunde, nicht wahr?“ Gabriel lehnte sich wieder zurück und verstaute die Urkunde in einer Schublade. „Euch wurde das Recht auf eigene Wächter gewährt. Missbraucht dieses Recht ein weiteres mal und der Oberst wird dafür sorgen, dass Euch dieses Recht aberkannt wird.“
Gabriel streckte sich und seufzte gedehnt. „Nun, den unangenehmen Teil hätten wir hinter uns gebracht.“
Gabriel lächelte und erhob sich. Gemessenen Schrittes trat er zur Tür und öffnete diese. „Ah, ich wollte gerade nach dir schicken lassen“, sagte er leise und bedeutete der zweiten Person einzutreten.

Es handelte sich um eine junge Frau mit schulterlangen blonden Haar. Sie trug ein einfaches blaues Kleid und schlichte Lederschuhe. Leise ging sie hinter Gabriel her und stellte einige Gegenstände auf einem Hocker ab, ehe sie sich zu dem Freiherren umdrehte. Wie es sich geziemte knickste sie vor dem Freiherren ehe sie das Wort an ihn richtete. „Es ist mir eine Ehre Euch kennenlernen zu dürfen, Herr von Feldenbach“, sagte sie und lächelte zurückhaltend. „Der Zweck meiner Anwesenheit ist es ein Protokoll zu erstellen um eventuell geschehene.“ Sie zögerte und suchte scheinbar nach einem Wort. „Kollateralschäden“, soufflierte Gabriel während er sich wieder hinsetzte. „Eventuelle Kollateralschäden zu regulieren.“ Die Frau räusperte sich. „Falls es Euch beliebt, mein Name ist Sabina.“ Noch einmal knickste sie und setzte sich dann neben ihren Schreibutensilien auf die Bank. Flink richtete sie sich Sabina einen angespitzten Kohlestift und einen Bogen Pergament zurecht. Dann nickte sie dem Hauptmann zu.
„Nun denn Freiherr, wäret Ihr so freundlich uns die Ereignisse des gestrigen Tages zu schildern?“
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#22

Freiherr Alexander von Feldenbach

Adelssohn
Mensch
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Natürlich nutzte der Freiherr die erste Begegnung, um sich ein besseres Bild von dem Hauptmann zu machen. Seine blauen Augen blitzten über den Mann in Rüstung zurecht, während er sich eher gelangweilt im Raume umsah. Währenddessen hatte sein Kopf schon unlängst ein Bild des Mannes gezeichnet. Harte und unbarmherzige Züge, eine forsche und übereifrige Haltung sowie das Wissen um eine große Truppe Soldaten, die einen überall hin folgen würden. Selbst in den Tod.
Doch darunter lag noch eine weitere Schicht, die selbst der geübte Kenner vielleicht übersehen hätte. Auch der Freiherr war ein Mann der Masken und so konnte er sich sicher sein, dass der Hauptmann nicht alles war, was er zu sein schien.
Der Affront störte Alexander nicht, aber sein Mund kräuselte sich trotzdem missbilligend. Doch als er den Stuhl angeboten bekam setzte er sich, ganz wie jemand, der über die anfänglichen Schwierigkeiten hinwegsehen wollte.
Doch als der Hauptmann schließlich zu seiner Schelte überging, verzog sich das Gesicht fast automatisch in eine Mischung aus Ablehnung und Unglaube. Doch schließlich schien es, als würde der Freiherr genauso wie Gabriel von Gond die Sache vergessen wollen. Nicht ohne sich natürlich bei anderen seines Standes über den Hauptmann zu beschweren, der schreckliche Verleumdungen in die Welt posaunte.
Schließlich sprach Alexander. Ruhig und selbstbewusst: „Ich glaube nicht, dass dies nötig sein sollte“ Noch immer zierte ihn nicht das sonst so schmucke Lächeln auf seinem Gesicht: „Meine Torwachen mögen gestern Nacht nicht mit der nötigen Offenheit Euch empfangen haben – und dies bedaure ich sehr – doch – soweit ich unterrichtet wurde – nanntet Ihr Euren Grund mich zu sprechen.“
Nun zog sich das Lächeln in sein Gesicht. Auch wenn es ein wenig deplaziert wirkte: „Nach dem abendlichen Beruhigungstee war ich leider nicht ansprechbar und somit nicht in der Lage, dieses Gespräch mit Euch zu führen.“
Leise klatschte der Freiherr in die Hände: „Ihr seht, kein weiterer Schaden ist entstanden. Denn nun bin ich hier und habe Euch gar meinen gesamten Vormittag eingeräumt, solltet Ihr diesen benötigen.“
Innerlich ging ihm diese Drohung einerseits sehr nahe, andererseits belächelte er sie auch. Ein einziges Verweigern konnte und würde keine schweren Konsequenzen mit sich ziehen. Wenn die Stadtwache sich über altes Adelsrecht erheben wolle, so dürfe sie gerne prüfen, wie viele des alten Geschlechtes ebenfalls ihre eigenen Milizen verteidigen wollen. Solange wie Alexander im Gunst der anderen Kreise stand. Solange, wie er noch als einer der Ihren anerkannt wurde, verstand sich.

Als die Tür sich jedoch öffnete und ein hübsche, junge Frau preisgab, deren einziger Makel vielleicht die gerade einmal schulterlangen Haare und die aufgesetzte Zurückhaltung war, lächelte der Mund des Schauspielers wieder und die Freundlichkeit eines Edelmanns kehrte in ihn ein. Er nickte ihr auf den Knicks hin freundlich zu, während er gleichermaßen das Gefühl hatte, irgendetwas Grundlegendes zwischen dem Hauptmann und der Dame zu verpassen.
So ganz wollte sie auch nicht hierein passen. Lebendig wirkte sie, so sehr sie es auch zu verbergen suchte. Und so sehr sich auch der Freiherr dagegen wehrte, sie war ihm vom ersten Blick an sympathisch. Dies war vielleicht nicht der richtige Augenblick, um sich Freunde zu machen, aber Alexander hatte nicht umsonst den Ruf eines Herzensbrechers hart erarbeitet.
Alexander winkte mit seiner linken Hand ab: „Ich bitte Euch, vergesst die Schäden“. Sein Gesicht verzog sich und zum ersten Mal war ein Ausdruck seiner wirklichen Gefühlslage sichtbar. Wie sehr er selbst unter den tragischen Ereignissen litt und wie wenig er mit dem Tod zweier Menschen umgehen konnte. Schnell wollte er diese Schwäche von seinem Gesicht wischen, aber es blieb nur eine harter Ausdruck übrig, der für jedermann leicht zu deuten war: „Welchen Wert haben schon die Teppiche und die Pflanzen, die die schweren Stiefel Eurer Männer zertrampelt haben, im Vergleich zu dem Menschenleben, das vergossen wurde?“
Nun verschwand die ausdruckslose Mimik und Alexander entschied sich für ein grimmiges Lächeln – das natürlich kurz aufhellte, als es den Anblick der Schönheit streifte: „Doch falls es natürlich Euer Wunsch sei, Hauptmann von Gond, so kann ich Euch meine Ereignisse des Tages schildern.“
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#23

Sabina

Legat der dreiundzwanzigsten Legion
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Gabriel von Gond

Hauptmann der Stadtwache / General Gonds
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Sabina behielt ihren freundlichen Gesichtsausdruck bei. Jedoch überlegte sie wie das Verhalten des Freiherren zu bewerten war. Diesen Gedanken schob sie jedoch beiseite und während sie abwechselnd den jeweils sprechenden anblickte, analysierte sie insgeheim die Erscheinung des Mannes und versuchte seine physische Kraft einzuschätzen. Doch augenblicklich erkannte sie nichts was sich unmittelbar zu ihrem Vorteil ausnützen ließe.
„Aber Herr von Feldenbach“, erwiederte sie und blickte den Adligen überrascht an. „Der Tod dieser beiden mutigen Wachen ist doch nicht ihre Schuld.“ Die Stimme der Frau klang beinahe nachsichtig und doch war es nur ein kleiner Köder den Sabina ausgelegt hatte.
„Sie wussten was welches Schicksal sie im Dienst der Wache ereilen könnte. Und Eure Ansprüche können gemäß den Gesetzen der Stadt abgegolten werden.“ Sie zögerte einen Moment und blickte zu dem Hauptmann. „Apropos Gesetze: Soll ich den Paragraphen zwölf Absatz drei und fünf noch in das Protokoll mit einfließen lassen, Herr?“

Überlegend und fast gelangweilt dreinblickend erwiderte Gabriel Sabinas Blick. Dann atmete er schwer aus. „Ich denke nicht, dass dies nötig sein wird. Dem Freiherren ist seine Verfehlung bewusst. Er wird bestimmt keinen Offizier der Wache mehr von seiner Tür weisen.“ Während er sprach, holte er erneut die Abschrift der Urkunde hervor und erhob sich. „Aber wenn du  die später zu Herrn Dingel bringen könntest wäre ich dir sehr dankbar.“
Sabina nickte dem Hauptmann zu, legte die Urkunde neben sich und machte sich einige schnelle Stichpunkte. Dann blickte sie den Adligen lächelnd an. Er musste nicht wissen, dass der AUftrag des Hauptmannes die verärgert hatte. „Nun Freiherr, falls Ihr entgegen Eurer bisherigen Aussage doch ein Interesse bezüglich einer Schadensregulierung habt, so benötige ich lediglich eine Auflistung und deren Ursprungswert. Ihr würdet dann fünfundzwanzig Prozent des Ursprungswertes als Entschädigung erhalten.“
Der Hauptmann hatte wieder Platz genommen und blickte Alexander von Feldenbach abwartend an. „Also Freiherr“, begann er. „Was was hat sich gestern zugetragen?“
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#24

Freiherr Alexander von Feldenbach

Adelssohn
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Offenherzig und freundlich, wenn nicht noch mit dem Grundton von herrschaftlicher Arroganz, erwiderte Alexander den Sabinas Blick. Er bemerkte sehr wohl, dass es hinter ihren hübschen Augen beharrlich arbeitete.. „Nun, es ist gewiss nicht meine Schuld“, setzte er an und schüttelte sein dunkelblondes Haupt nachdenklich: „Doch ich sah es kommen, ahnte es, - und mein Warnen blieb so tragisch wie jenes von Kassandra es immer war.“ Die Floskel gefiel Alexander, spielte sie doch sogleich mit der tragischen Heldin auf eine alte Legende aus Gond an und war doch der zugegebene Hauptmann eine Marionette eben jenes Landes. Mehr oder weniger.
„Sergeant Broudi unterrichtete mich in den Belangen jener Verfolgungsjagd und er erwähnte die schrecklichen Ereignisse eines Geistes auf dem Anwesen der Fahrenburg und ich konnte nicht glauben, dass er und seine Mannen einem dunkelelfischen Nekromanten ohne irgendeine magische Hilfe nachstellten.“ Er neigte sein Haupt: „Sie mochten treue und mutige Mannen gewesen sein, aber dem Kommando, dem sie gefolgt sind...“
Alexander unterbrach für einen Moment. Dunkel wurde ihm bewusst, dass er nicht hier saß, um den Hauptmann und seine Suizidanordnungen zu kritisieren. Und dass soetwas ihm auf jeden Fall zum Nachteil reichen würde. Aber ein begonnener Satz war ein begonnener Satz: „..., war vermutlich ein ehrenhaftes und wichtiges, aber kein durchdachtes Kommando.“

Diese falsche Schlange!, dachte Alexander entsetzt, während sein Gesicht weiterhin überheblich, aber hilfsbereit dem Raum mitteilte, mit welcher Lebenseinstellung er angeblich die Welt betrachtete. Aber, dass die Frau tatsächlich vorgeschlagen hatte, ihm die Wächter zu entziehen, oder oder das Tragen von Waffen – irgendeines dieser Gesetze musste es sein, falls er sich richtig erinnerte -, konnte und wollte er nicht glauben.
Aber schnell hatte er wieder seine innere Ruhe gefasst. Sie wusste, vermutete vermutlich nicht wirklich, dass er verstanden hatte, was das bedeutete. Nein, er war nicht hier, damit der Hauptmann von seiner Durchlaucht die „wahre“ Version der Ereignisse hören konnte, die aus dem reinen und treuen Mund eines Edelmannes stammte.
Das hier war ein verfluchter Test und der Freiherr wusste noch nicht einmal, was getestet wurde. Sabina war auf jeden Fall eine Farce. Klug und aufmerksam lauerte sie ihm auf, während ihr hübscher Kopf unterwürfig das Protokoll musterte und lieb lächelnd seinen Worten lauschte. Und auch der Hauptmann musterte ihn kühl, aber wachsam.
Gab es etwa Vorwürfe? Der Freiherr hatte sich in der letzten Zeit tatsächlich einmal zu oft verspielt.
Nun, seinen Charakter prüften sie auf jeden Fall nicht. Glücklicherweise interessierte das niemanden.
„Das nächste Mal könnt Ihr Euch gerne bei einem heißen Tee selbst davon überzeugen, dass mich des Nachts kein Orkan wecken könnte“, schlug Alexander kurz erheiternd vor, bis sich wieder der nötige Ernst auf seine Miene zurück schlich. Nein, er würde diesen Fehler nicht noch einmal begehen.
Der Freiherr zögerte lange, als Sabina ihm noch einmal die Schadensregulierung anbot. Er ließ zu, dass die beiden ihm beim Grübeln beobachten konnten, während er die Zahlen wälzte und überschlug, wie viel all die Kostbarkeiten wert waren. Aber es war nicht so, dass irgendwelche alte Vasen zu Bruch gegangen wären oder Spiegel zerschmettert wären.
Zerstört waren nur die Pflanzen dort auf dem Dach, wo die Wächter ihre Füße deplaziert hatten. Ansonsten waren sie doch mit der nötigen Vorsicht durch das Anwesen geschlichen. Es gab demnach nichts, dass nicht ein paar Dienstmägde wieder auf Vordermann bringen könnten.
„Ich habe selbst noch keine Inventarliste erhalten“, sagte er nach einigem Zögern: „Doch soweit ich weiß, sind nur ein paar der höchst exotischen Pflanzen auf den Dächern des Anwesen zertrampelt worden. Nichts, dass nicht wieder wachsen könnte...“
Der Freiherr wusste, dass es nichts brachte, all die Dinge zu verschweigen, die die beiden sowieso schon wussten. Dass sie zusammen arbeiteten und Sabina nicht nur Schreiberling war, wurde ihm alsbald bewusst.
Doch noch immer hatte er das Gefühl, etwas Großes und Bedeutsames übersehen zu haben. Nicht einfach nur, dass Sabina vermutlich dieselben freiheitlichen Überzeugungen wie zwei seiner Schwestern trug. Nein, da war noch mehr und sein Verstand weigerte sich, es ihm zu zeigen.
„Ich habe an Reichtümern genug. Ich hoffe, Ihr findet hier eine sinnvolle Art und Weise, das Geld umzusetzen.“

Dann räkelte er sich ein wenig in seinem Stuhl, bis er so bequem wie möglich saß, ohne seine kerzengerade und erhabene Haltung einbüßen zu müssen: „Nun. Es war Abend. Die siebte oder achte Stunde, man sehe mir nach, dass ich in dem Durcheinander nicht darauf geachtet habe.“ Er räusperte sich und sprach weiter, ein wenig klarer, als würde er die Situation durchweg erfassen: „Ein paar treue Wächter standen vor meinem Anwesen. Zwölf oder dreizehn, schätze ich, waren es. Euer Sergeant führte sie an und klärte mich über die Vorfälle bei dem Hause Fahrenburg auf. Das Untier sollte auch auf meinem Dache gesichtet worden sein und – man nehme es mir nicht übel – ich hielt dies alles für einen schlechten Scherz. Noch immer begreife ich nicht, warum die Bestie nicht weiter seinen Weg über die Dächer genommen hatte...“
Er unterbrach sich und schüttelte müde sein Haupt: „Nun, es kam, wie es kam. Ich ließ meine Wache bei der Suche helfen und zog mich zurück.“ Sein Gesicht wirkte noch immer bitter. Er hatte die Suche tatsächlich für vergeudete Zeit gehalten und niemals damit gerechnet, dass sie endete, wie sie geendet hatte: „In der Zwischenzeit schrieb ich jene Depeschen, von denen Ihr eine möglicher Weise gestern Abend noch zu Gesicht bekommen habt.“ Alexander versuchte nicht zu zeigen, wie sehr seine Worte ihn reuten. Er konnte sich kaum mehr daran erinnern, wie sehr er sich über die Stadtwache aufgeregt hatte und wie böse seine Depesche ausgefallen war. Aber die heutige Schikane konnte vermutlich keinen anderen Grund als Worte haben, die nach einer Katastrophe unweise gewählt waren: „Ich übergab gerade diese Briefe dem Sergeant  und – falls ich mich richtig erinnere – war auch noch ein anderer Soldat im Raum. Ein Fährtenleser, so meine ich.“
Er räusperte sich erneut. Jetzt klang seine Stimme dunkel und Alexander ging nahtlos in seine eigene Gefühlslage über, während er seinen nicht besonders sachlichen Bericht zum Höhepunkt führte: „Nun.. Dann stürmte Ulrich, ein treuer Diener meiner Familie, in den Raum und... berichtete, dass er den Dunklen gesehen hätte.“ Der Freiherr zögerte kurz: „Nein, das stimmt nicht. Ich glaube, er sprach sogar von zwei Dunklen.“
Er schluckte schwer: „Nun, Ihr könnt Euch sicher vorstellen, was dann passierte. Im Eilschritt stürmten wir hinunter zu der Kanalisation, wo mein treuer Diener ihn entwischen sah. Meine Garde und ein Teil Eurer Wache war schon informiert und stand bereit, aufzubrechen.“
Er brach ab und schloss die Augen. Seine Faust schien fast zittern zu wollen, dann unterbrach er jede Regung wieder. Der Schrecken saß zu tief, die Ereignisse waren zu nah, als das der behütete Schnösel an irgendetwas erinnert werden wollte. Aber gut, er würde das hier auch noch durchstehen: „Ich folgte natürlich nicht“, sagte er fast tonlos: „Deshalb wird meine Aussage Euch nicht helfen. Doch von dem, was ich verstand, was ich hörte...“ Er brach kurz ab und sammelte sich dann. Hatte er nicht vor, den unerschrockenen Adeligen zu geben? Also los, das schaffte er noch! „...es waren schreckliche, unmenschliche Geräusche. Die Ratten flohen massenhaft. Und schließlich... Es erklangen Schreie, ich hörte nichts, aber... Dieses... Wesen... Irgendetwas musste der Unhold mit ihnen angestellt haben. Es ergriff schließlich auch ein paar der Wächter, wie ich hörte. Die, die jetzt in Frieden ruhen.“
Der Freiherr senkte den Kopf und ließ seine Worte verhallen.
Dann hob er ihn wieder: „Wünscht Ihr meinen Diener als Zeugen zu befragen? Vielleicht kann er Euch mehr Auskunft geben, als ich es vermag?“
Dann hob er wieder seinen Blick und lächelte schwach: „Doch falls Ihr mich auch fragen wollt, welchen Sinn ein widerwärtiger Spion darinnen sehen würde, mein gesamtes Anwesen zu durchkämmen und in den Abwässern zu entkommen... ich weiß es nicht.“ Er seufzte: „Ich kann es mir tatsächlich überhaupt nicht erklären...“
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#25

Stadtwache Aron

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»Hauptmann Gabriel?« Der junge Korporal war kreidebleich und zitterte etwas. In der Hand trug er eine grobe Holzkiste, die es ihm zusätzlich erschwerte einen ordentlichen militärischen Gruß zu absolvieren. »Korpsfuchs Schneidersohn, Patrouille Mantikor. Sergeant Broudi hatte mich beauftragt, auf Geheiß des Turms eine Lieferung vom Steineranwesen abzuholen und zu überbringen.« Er stellte die Kiste ab und ging sofort zwei Schritte Abstand dazu. »Und diese Depesche.« Er überreichte dem Hauptmann ein Kuvert mit dem blinkenden Siegel des Magierturms.

Folgendes wäre darin zu lesen:

Heil dem Königshaus Gabriel von Gond, Hauptmann der Stadtwache von Rugors Gnaden,

Mir ist zu Ohren gekommen, dass eure Mannen sich in letzter Zeit Kräften gegenüber sehen, bei denen Schwert und Courage alleine nicht reichen, um Ordnung und Stabilität in unserer Stadt aufrecht zu erhalten. Natürlich liegt es auch im Interesse des Turms, dass in Arons Strassen Recht und Gesetz keine leeren Worte sind, sondern mit starker Hand vollzogen werden. Ich lasse hiermit Eurem Quartiermeister zwei Dutzend Amulette aushändigen, die Eure Mannen von arkanen Widrigkeiten mittleren Niveaus abschirmen sollten. Die Ehrhaftigkeit und Besonnenheit Eurer Person ist mir bekannt, trotzdem rate ich nochmal ausdrücklich zu wohltaktierten Einsatz, die Erstellung solcher Kleinodien bedeutet keine Trivialität.

Gruß und Ehre dem Königshaus

Freiherr Frank Theodor von Steiner, Kastellan des Turms.


In der groben Holzkiste liegen auf schwarzem Samt gebettet, vierunzwanzig kleine Amulette. Es sind in merkwürdig verdrehter Form geschnittene Amethyste, die an kleinen Silberketten gefasst sind. Der Korporal, der die Kiste überbracht hatte schaute immer noch ängstlich, als hätte er einen Korb Schlangen getragen. Erst jetzt schien er Alexander zu bemerken. »Oh, ergebenen Gruß, Eurer Lordschaft... Feldenbach.« Der Soldat nahm noch einmal Haltung an, es war ihm aber überdeutlich anzusehen, dass er schnellstens verschwinden wollte.
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#26

Gabriel von Gond

Hauptmann der Stadtwache / General Gonds
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Gabriel hatte den Adligen sprechen lassen ohne ihn zu unterbrechen und betrachtete ihn nun mit ausdrucksloser Miene.
Er hatte gewusst, dass es im Grunde reine Zeitverschwendung war den Adligen selbst zu befragen. Aber es gab nun einmal Sitten und Gepflogenheiten die beachtet werden wollten.
Während der Soldat nun eine nachdenkliche Miene aufsetzte und tief einatmete, trat ein Wächter ein. Augenblicklich verschwand der Adlige aus dem Fokus des Offiziers.
„Stell die Kiste bitte dort drüben ab“, sagte er und brach das Siegel des Schriftstückes. Kurz überflog der Mann die wenigen Zeilen, dann lächelte er. „Verstehe.“ Dies war seine einzige Reaktion auf das Schreiben des Kastellans.

Geschmeidig erhob sich Gabriel und ging zu einem alten Schrank. Quietschend protestierte die Tür, als der Hauptmann sie öffnete und eine bauchige Flasche aus klarem und blasenfreien Glas ans Tageslicht brachte. Der Flüssige Inhalt der Flasche schimmerte bernsteinfarben.
„Eigentlich wollte die hier aufbewahren.“ Seine Stimme klang nicht bedauernd, doch sein Blick nahm einen beinahe wehmütigen Ausdruck an. „Aber ich glaube er wird ihn mögen.“
Mit wenigen Schritten stand er wieder an seinem Schreibtisch und reichten Korporal Schneidersohn die Flasche. „Gebt diese Flasche an Freiherren von Steiner weiter und richtet ihm meinen Dank aus.“ Kurz zögerte er und betrachtete das Wächserne Siegel der Flasche. „Wenn er fragt was das ist, dann sagt ihm folgendes: Dreißig Jahre altes Senatorenglück.“
Mit einem Nicken entließ er den Wächter und setzte sich wieder.

„Wo waren wir stehen geblieben?“, fragte der Offizier rhetorisch und rieb die Hände aneinander. „Ich bin froh, dass Euch nichts geschehen ist und es keine größeren Schäden an Haus und Inventar gab.“ Der Blick des Hauptmannes glitt zu der Schreiberin, die eben mit der Niederschrift fertig wurde und den Blick hob.
Sabina, wir sind hier fertig“, erklärte der Soldat.

Die Frau nickte und begann damit ihre Sachen zusammen zu räumen.
„Nun Freiherr, Ihr Personal werdet Ihr nicht entbehren müssen“, erklärte Gabriel. „Ich mag zwar gelegentlich ungehobelt und anmaßend erscheinen, doch ich weiß dass der Pöb...“ Der Mann unterbrach sich mitten im Wort und räusperte sich vielsagend. „Die Bürgerschaft gern zu Übertreibungen neigt“, vollendete er seinen Satz jovial lächelnd. „Ihr seid wahrlich ein mutiger und kühner Mann.“
Der Offizier erhob sich und lächelte immer noch. Doch das Lächeln erreichte nicht mehr die Augen des Hauptmannes.
„Ein Schlafmittel in einer solchen Situation – das hätte ich mich nicht getraut.“ Er deutete zur Tür. „Vielen Dank für Euer Erscheinen.“
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#27

Freiherr Alexander von Feldenbach

Adelssohn
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In die Stille, die nach Alexanders Worten entstanden war, trat ein junger Soldat mit einer groben und schlichten Holzkiste. Unsicher, als wäre er sich dem Wagnis bewusst, in das Gespräch der hohen Herren einfach hineinzuplatzen, stellte er die Kiste ab und trug seine Botschaft vor. Der Freiherr seufzte innerlich, froh darüber, dass das Gespräch für eine kurze Zeit von den schrecklichen Ereignissen und seiner Person gewichen war und nun ganz und gar der Gabe des anderen Freiherrn gewichen war.
Jedenfalls soweit wie der Hauptmann darauf reagierte. Alexander war selbst davon überrascht, dass sein recht unhöflicher und fordernder Brief tatsächlich Wirkung gezeigt hatte. Bei wem, wenn nicht bei dem durchtriebenen Steiner. Wahrscheinlich ist das die einzige Sprache, die er spricht, dachte er für einen Moment amüsiert.
Wie auch immer der Freiherr in die Hände der Depesche gekommen und warum auch immer er tatsächlich ernsthaften Handlungsbedarf gesehen hatte, war gerade nicht von Bedeutung.

Gabriel von Gond schien diese Begebenheit aber insofern wirklich genug abgelenkt zu haben. Er fand zwar den Faden recht schnell wieder, aber er erklärte schon mit Mimik und Körpersprache das Gespräch für beendet, bevor es seine Worte taten.
Der Freiherr selbst hatte sich indes um einen möglichst aristokratischen Blick bemüht und seine anfängliche Befangenheit über die jüngsten Ereignisse mit einer gelangweilten und fast schon hochnäsigen Visage getauscht, die jetzt mit zurückhaltender Höflichkeit den stetigen Blick des Hauptmannes erwiderte. Das taktische Geschenk an den Frank Theodor von Steiner war wohl-weißlich überlegt. Genug Symbolkraft hatte es allzumal, doch als er seine Freude über Alexanders Wohlergehen aussprach, kam es ihm auf seltsame Art und Weise unpassend vor. Diese neue Höflichkeit, ja fast Freundlichkeit stand dem strengen Mann nicht und zeugte durch und durch davon, wie falsch sie doch war.

Alexander beschloss einfach die hochmütige Miene beizubehalten und das Possenspiel weiterhin zu unterhalten, obwohl er sich sicher war, wie unglaublich phantasielos Ulrich war und wie wenig der treue Diener zu Übertreibungen neigte. Andererseits wollte Alexander ihm gerne ein Verhör ersparen und so nickte er nur knapp auf die diffamierenden Worte.
Doch als das letzte Lob verklang zog Alexander schließlich doch eine Augenbraue hoch. Ihr seid wahrlich ein mutiger und kühner Mann. Ein Schlafmittel in einer solchen Situation – das hätte ich mich nicht getraut.
Der Freiherr wusste, dass der Hauptmann eigentlich seine Anwesenheit auf seinem Grund und Boden hinterfragte. Ja, natürlich. Für ihn musste es so ausgesehen haben, als würde sich der gute Adelsspross sonstwo in den Gossen herumtreiben und ihm dann eine gesittete und unverfängliche Ausrede für sein fehlendes Erscheinen aufgetischt zu haben.
Wie wenig die Menschen einem doch manchmal die Wahrheit glaubten.
Doch der Freiherr hatte verstanden. Die nächste Zeit würde er sich keinen Fehler mehr leisten können. Dieser Sergeant hatte definitiv ein abschätziges Auge auf ihn geworfen und dieser Fauxpas beim Hauptmann kam auch nicht von ungefähr.

Langsam und würdevoll erhob sich der Freiherr, verbeugte sich leicht vor der Dame und hob zum Abschiedsgruß seinen Hut und drehte sich dann ein letztes Mal zu dem Hauptmann zu: „Es ist zu meinem Bedauern, dass ich nicht hilfreicher sein konnte“, erklärte er und ließ seine Augen kurz auf der Kiste, die nun einmal durch sein Wirken auf dem Schreibtisch der Stadtwache stand.
„Aber es freut dennoch dass die Stadtwache anscheinend doch noch Hilfe von der Magierzunft erfährt. Dies ist ein guter Tag für die Stadt“ Trotz der euphorischen Worte blieb sein Gesicht eher hartherzig und kühl, auch wenn sich noch ein letztes Lächeln auf seine Lippen stahl, als er die falsche Schlange sah, wie sie das Tintenfass achtsam schloss.
Dann ging Alexander, die Türe offen lassend, auf dass ein Lakai sie schließen möge, holte sich seinen prächtigen Schimmel und ritt zurück zu seinem Anwesen.
Nach dem Mittagsmahl sollte er nach der Heilerin sehen, aber vorher durfte er sich gerne um ein paar kleinere Geschäfte kümmern. Denn auch wenn Alexander sehr gut darinnen war, gutes Gold auszugeben oder seinen Geschwistern so zu drapieren, dass sie es heimlich stehlen konnten, er war ebenso gut, wenn nicht besser, darinnen, Gold in die Schatzkammern zu bringen.
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#28

Sabina

Legat der dreiundzwanzigsten Legion
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Gabriel von Gond

Hauptmann der Stadtwache / General Gonds
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Sabina schloss leise die Türe hinter dem Freiherren und verriegelte sie gewissenhaft. Dann lehnte sie sich mit dem Rücken gegen das kühle Holz, schloss die Augen und atmete tief durch. In ihrem Kopf herrschte entgegen ihrer Befürchtungen kein Durcheinander. Sie hatte gemerkt, dass sie Gabriel durchaus als Vorgesetzten sehen konnte. Es freute sie, dass sich eine ihrer größten Sorgen aufgelöst hatte.
Langsam öffnete sie ihre Augen wieder und richtete den Blick auf Gabriel. Der General rieb sich mit den Händen über sein Gesicht und löste dann die Bänder der Armschienen. Der letzte Tag war lang und ereignisreich und dieser hatte eben erst begonnen. Doch während Gabriel recht müde wirkte, fühlte sie sich doch erstaunlich frisch. Vielleicht lag es ja daran, dass sie sich vorhin waschen konnte. Oder an der leichteren Kleidung? Sie wusste es nicht und es war ihr auch gleich. Während der Offizier nun seinen Spangenpanzer öffnete, hatte sie eine Idee. Flink entriegelte Sabina die Tür, ging zu Gabriel und blickte ihn prüfend an.
„Nein, so geht das nicht“, sagte sie entschieden und fordernd streckte die Hand aus. „Den Schlüssel für dein Quartier“, verlangte sie und rollte mit den Augen als der Legionär sie verdutzt anblickte. „Wir müssen später noch zu dieser Rhionaan ip Irgendwas und du siehst katastrophal aus! Du bist schmutzig, deine Haut ist fettig und der Bart widerspricht den Vorgaben der Legion. Und als Legat ist es meine Pflicht an diese unwichtigen Dinge zu denken – damit du dich um die wichtigen Dinge kümmern kannst. Deshalb werde ich alles nötige vorbereiten.“

Es stimmte nicht dass Gabriel überrascht war. Er wusste wie er aussah und welchen Eindruck er auf Leute machen musste die regelmäßig mit der Legion zu tun hatten. Aber wer hatte in Aron schon Kontakt zur Legion? Er hielt das ganze eindeutig für übertrieben, aber irgendwie hatte sein Legat doch recht. Sein Aussehen hatte er in letzter Zeit wirklich vernachlässigt. Und das sie nun darum bat diese Dinge für ihn herzurichten war ihm beinahe peinlich, aber eben nur beinahe.
„Warte“, seufzte er. „Ich muss ohnehin in mein Quartier und die Rüstung ablegen.“ Während er nach seinen Armschienen und dem Helm griff, dachte er bereits an den Aufbau des Militärlagers. Einen strategisch günstig gelegenen Standort hatte er bereits gefunden. Nun ging er noch darum, welche Befestigungsmaßnahmen nötig und sinnvoll waren. Aron verfügte zwar über keine besonders starke Reiterei, aber eine Reihe angespitzter Pfähle dürfte der Entschlossenheit dieser Einheit doch einen kleinen Dämpfer verpassen. Dazu noch Armbrustschützen.

Während er noch darüber sinnierte, hatte er mit Sabina sein Arbeitszimmer verlassen und hatte bereits sein Quartier aufgeschlossen.
„Nur keine unnötige Eile“, sagte er gähnend. „Ich werde ein wenig brauchen um alles abzulegen, abzubürsten und aufzuräumen – und nein, dass mach ich selbst!“
Er sah noch wie die Legionärin mit den Schultern zuckte. Dann ging sie zu dem kleinen Tischchen und nahm Waschschüssel und Karaffe an sich.
Stirnrunzelnd registrierte Gabriel, dass Sabina summte als sie aus dem Raum ging.
Gemächlich betrat der Hauptmann sein kleines Zusatzräumchen und legte die Rüstung ab. Sorgfältig reinigte er sie erst mit einem ganz leicht öligen Tuch und rieb dann etwas energischer mit einem sauberen Tuch das überschüssige Öl ab. Anschließend zog er die Rüstung auf den Rüstungsständer. Die kurze Hose und die Tunika würde er am Abend wechseln. Er freute sich schon jetzt auf ein heißes Bad.

Er hatte gehört, dass die Legionärin mehrmals das Quartier betreten und wieder verlassen hatte. Doch als er nun den Stuhl mit Rückenlehne, den Standspiegel und ein weiteres Beistelltischen sah bereute er seine Entscheidung ihrem Treiben keine Aufmerksamkeit zu schenken.
„Also, das wäre nun wirklich nicht nötig gewesen“, meinte er und beobachtete die Frau, wie sie ein Rasiermesser über einen Lederriemen zog.
„Doch, es war nötig und nun setz dich bitte“, sagte sie und schüttelte schmunzelnd den Kopf. Etwas zögernd setzte sich Gabriel und folgte den Händen der Frau. Vorsichtig tauchte sie ihre Hände in die Wasserschale und zog ein darin liegendes Baumwolltuch heraus. Dieses drückte sie leicht auf die behaarten Stellen in seinem Gesicht. Dann legte sie es weg und griff nach einem Stück Seife. Er spürte wie sie die Seife in seinem Bart verteilte und dann mit flinken Bewegungen leicht einmassierte.
Nachdem sich sein Legat die Hände gewaschen und abgetrocknet hatte, griff sie nach dem Rasiermesser und setzte es an der Wange des Generals an. Gabriel bemerkte erstaunt, dass Sabina dies nicht zum ersten mal machte und wirklich geschickt war. Der Legionär entspannte sich ein wenig und ohne es zu merken schlief er schließlich ein.

Gabriel erwachte und erschrak, als er etwas kühles und nasses in seinem Gesicht spürte. Ruckartig setzte er sich gerade auf und blickte in Sabinas Gesicht. Sie hielt noch ein weißes Tuch in der Hand, mit dem sie sein Gesicht gereinigt hatte. Die junge Frau lächelte tadelnd und legte das Tuch aus der Hand.
„Du bist tatsächlich beim Rasieren eingeschlafen. Na wenigstens hast du nicht geschnarcht.“
Sabinas lächeln schwand nicht. Vielmehr veränderte es sich auf eine Weise die er nicht deuten konnte. Und während er noch darüber sinnierte was dieser Gesichtsausdruck wohl zu bedeuten hatte, setzte sie sich rittlings auf ihn.


Er war überrascht von Sabinas handeln. Doch er hatte die Situation genossen. Sie so zu erleben war atemberaubend und aufregend gewesen. Und auch die Fürsorge die sie ihm danach zukommen ließ war mehr als schön gewesen. Dennoch musste er sie bremsen. Waschen konnte er sich noch selbst. Und so hatte er ihr das Tuch abgenommen und sich selbst mit dem kühlen Wasser gewaschen.
Nun stand er in einer frischen Hose und Tunika vor ihr und blickte sie Kopfschüttelnd an.
„Und du willst jetzt wirklich wieder deine Rüstung anlegen und zu dieser Erzmagierin gehen?“, fragte sie, während sie ihr Kleid mit einer Fibel schloss. „Soll ich mitkommen?“
Kurz überlegte der General. „Ich befürchte wir haben da wenige Alternativen.“
Die Legionärin lächelte. „Dann warte kurz auf mich“, sagte sie und war einige Herzschläge später aus dem Raum.
Der General wartete im Eingangsbereich auf seinen Legat. Er Trug wieder seine gondsche Rüstung. Den Umhang und den Helm hatte er weggelassen. Auch Sabina trug wieder ihre Rüstung und Gabriel zu. Zusammen verließen die beiden Legionäre Kaserne.
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