Der Magierturm
#61

George A. Hougenoord

oberster Archivar
Halbelf
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»Vernichtet?!« Die Momente, an denen man den alten Archivar derart erregt sehen konnte, waren selten. »Wie oft predige ich meinen Novizen auch Skizzen und Notizen gut aufzubewahren und sich alsbald einen Lehrling zu nehmen, der Abschriften anfertigt.« Hilflos streckte er die Hände nach oben und seufzte. »Man müsste in der Zeit zurück und...« hastig bremste er sich in seinem Eifer. »Nein nein, George werde nicht kindisch. Vielleicht ist es manchmal besser, wenn manche Bücher nicht vollendet werden.« Der alte Archivar grinste etwas. »So ein Keller hat aber auch manchmal seine Vorteile. Ein paar Klafter Stein drum herum können einiges draußen halten. Oder drinnen...«

Er blickte nochmals nach draußen. »Die Literatur mit denen sich der ... Kastellan, « George konnte sich immer noch nicht so recht daran gewöhnen, »beschäftigt und bei mir nachfragt gibt Grund zur Besorgnis.« Besorgt lauschte er den weiteren Worten seines Kollegen. »Forcierte Besessenheit. Meister Sarnalidas, mit was für Abgründen beschäftigt Ihr Euch da?« Hektisch verputzte der alte Archivar noch ein Nusstörtchen, dass ihn aber auch nicht so recht zu beruhigen vermochte. »Ein paar Grundwerke habe ich in meinem Giftschrank. ’Deditio Larvae’, ’Vom düster Weysen des Inners’ und ein paar andere. Seltsam. Der alte Mann aus dem Wald hatte mich letztens auch danach gefragt. Wegen eines Mädchens, dass seinen Geist umherschickte oder so ähnlich. Können sich die Leute nicht einfach wie früher mit Feuerbällen, Fliegen und Gold erschaffen beschäftigen. Hat uns damals auch gereicht. Nein es muss dieses esoterische Zeug sein, das mehr Probleme macht als Nutzen.«

Hougenoord blickte Sarnalidas streng an. »Was mir zu Ohren gekommen ist, ist dass unser verehrter neue Kastellan viele Beziehungen, Gefallen und Gedungene Schergen verheizt hat, um seltene und gefährliche Werke dieses Themas an sich zu bringen. Ich könnte mir vorstellen, dass in seiner Privatbibliothek inzwischen das ein oder andere dazu zu finden ist.« George seufzte noch einmal. »Sarnalidas, Sarnalidas... es gibt Dinge, mit denen sollte sich ein sterblicher Geist nicht beschäftigen...’Kreativer Freiraum'... Ich weiss nicht... ich weiss nicht...« George biss in noch ein Törtchen. »Aber was habt ihr sonst in der ganzen Zeit getrieben, ausser dunklen Mächten nachzuspüren? Da war doch damals diese junge Novizin die unbedingt bei ich in die Lehre wollte.« Er zwinkerte schelmisch. »Was ist aus der geworden? Na wie hieß sie noch... Moment ich hab es gleich..«
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#62

Meister Sarnalidas

Magier
Mensch
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"Ich gebe euch recht. Unter normalen Umständen, hätte ich gewisse Sicherheitsvorkehrungen getroffen, aber so wie ihr meint bestimmte Bücher sollten nicht vollendet werden, so waren es die falschen Hände, denen ich entgehen wollte und so bleibt das Wissen nun meinem Gedächtnis vorbehalten." Sarnalidas nickte dem alten Halbelfen zustimmend zu. "Ja unsere Welt ist im ständigen Wandel nur scheint es immer nur schlechter zu werden. Wenn ihr so freundlich wäret, mir bei Zeiten einen Blick in eureExemplare zu erlauben, wäre ich euch sehr dankbar. Es muss ja nicht jetzt sofort sein. Es wird mich auch etwas Zeit kosten euch als Entschädigung diesen Thumanthia zu besorgen, den ich vor einigen Jahren bei einem Bekannten entdeckt habe. So wie ich die Weinkenner Arans in Erinnerung habe, werden sie keine der drei Flaschen bisher erworben haben. Ihr trinkt doch noch einen Tropfen in ehren?" Sarnalidas lächelte als ihm scheinbar plötzlich etwas einfiel und er ernster wurde. "Ach jetzt hätte ich beinahe die wichtigste Frage vergessen. Seid ihr bekannt mit dem Zauber, den man den 'Gleichmacher' getauft hat? Die Elfen nennen ihn 'Schatten der Finsternis'. Ich hörte, man kann die stärksten Kreaturen damit bändigen. Ich fürchte die Recherche könnte sehr wichtig werden um sicherzustellen, dass es wirklich keinen Ausweg aus diesem Bann gibt. Andererseit wart ihr es meines Erachtens, der mir einmal gesagt hat, dass euch noch kein Zauber untergekommen ist, der nicht abzuwenden ist.

"Eine Novizin? Seit ihr sicher, dass ihr mich nicht verwechselt?" Sarnalidas erwiderte dem Blick des Halbelfen ernst, ein wenig zu ernst. "Naja Überwachter Freiraum, wie der Ausgang im Kasernenkerker. Vielleicht sollte jemand, der nicht direkt zur Synode gehört und ihr doch verbunden ist, ein Auge auf de Freiherren halten. Ein Fremder vielleicht, oder jemand an den sich nur wenige erinnern?" Er tat als müsse er überlegen, wer dieser Fremde sein könnte. Hougenoord war also auch der Meinung, dass von Steiner mögliche Antworten auf Sarnalidas Probleme hatte. Und es schien wirklich angebracht zu sein, den neuen Kastellan etwas gründlicher ins Auge zu nehmen.
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#63

George A. Hougenoord

oberster Archivar
Halbelf
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»Gewiss. Wahrscheinlich verwechsel ich alter Mann da ein wenig,« grinste Hougenoord mit einem Zwinkern, lies das Thema besagter Novizin aber auch ruhen.
»Nein, nein. Alles wandelt sich. Aber es wird nicht nur alles schlechter. Vieles wird nur einfach anders. Und die Veränderung scheint uns alten Säcken als unnötige Anstrengung, die das liebgewonnene Gewohnte in Frage stellt.« Der alte Bibliothekar lächelte milde. »Ihr müsst mich hierfür nicht um Erlaubnis fragen. Als Magier des Turms stehen Euch die Werke, die ich verwahre zur Verfügung.« Das Lächeln steigerte sich ins Spitzbübische. »Ihr dürft mich allerdings höflichst ersuchen, den Ort zu nennen, an dem die Werke vor den unachtsamen Blicken der Novizen verräumt sind zu fragen. Das könnte Euch wertvolle Zeit des sinnlosen Suchens ersparen.«

Die buschigen Augenbrauen Georges hoben sich. »Oha. Ihr versteht es wirklich meisterhaft, die Gunst eines alten Mannes zu erringen. Meisterin Eriana tadelt mich zwar immer, dass ich mehr auf meine Ernährung achten sollte, aber es wäre eine Sünde die Gelegenheit verstreichen zu lassen so einen Tropfen kosten zu können.« Verschwörerisch beugte er sich vor. »Gang drei, Abschnitt f. Die Werke sind unter einer Illusion ’Erweiterte Buchahltung nach Gröge’. Keiner würde da unabsichtlich oder gar freiwillig einen Blick herein werfen. Schon gar nicht die Novizen.«

Die gelöste Stimmung des alten Archivars wurde schlagartig ernst. »Meister Sarnalidas! Ihr begebt Euch wirklich auf seltsame Pfade.Der Gleichmacher! Blitterdreck! Das ist eine Aufrufung, die niemand alleine zu stemmen vermag. Es braucht einen Zirkel von mindestens 5 Thaumathurgen. Von dener keiner Zweifeln darf oder sich Schwächen erlauben darf. Das ist eine Barriere, die enorme Kraft braucht um überwunden zu werden. Und ja, diesen Lehrsatz wiederhole ich immer wieder. Keine Macht kann so groß sein, als dass sie von einer anderen Macht nicht gebrochen werden kann. Man kann es schwierig machen, aber ein absolutes Unmöglich ist nicht zu schaffen. Ihr könnt einen Kristall soviel Härte geben wie ihr vermögt. Mit der rechten Kraft am rechten Ort wird er springen. Und eine Weide, die sich der Gewalt des Sturmes biegt, wird auch brechen, wenn ihre sie zu weit gebogen wird.«

George wischte sich den Schweiss von der Stirn.
»Aber derartiges Wissen werde ich nicht aus der Hand geben, ohne zu erfahren, zu welchen Zwecke es dienen soll. Und erst recht wenn dazu die Maestra davon erstmal keine Kenntnis erlangen sollte.« Er musterte Sarnalidas streng. »Es würde mich wundern, wenn ihr dieses Ansinnen nicht gleich nachgeschoben hättet.«

»Vielleicht sollte wirklich jemand ein Auge auf ihn haben. Oh wie ich diese zeitraubenden Intrigenspielchen hasse...« George grübelte. »Jemand fähiges sollte es schon sein, aber so eine Aufgabe möchte man ja ungern jemanden antun, den man gerne hat. Jemand entbehrlichen - Bei den Göttern. Wie ich mich schon anhöre... Furchtbar.«

George Hougenoord blickte noch einmal streng. »Auf jeden Fall sollte niemand mit dem gefährlichen Wissen über den Gleichmacher sich in die Hände des neuen Kastellans begeben.«
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#64

Simon Avenar

Lehrmagier im Magierturm zu Aron
Mensch
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Der Magier saß im Schneidersitz auf dem Boden. Die Kerzen hatte er gelöscht und durch die Lamellen der geschlossenen Fensterläden drang das gedämpfte Licht des anbrechenden Abends. Es beleuchtete das kleine Zimmer des Kampfmagiers.
Auf einem schlichen Boden aus Holzdielen standen ein Bett, ein kleiner Sekretär und ein Stuhl.
Leise raschelte ein kleiner Haufen Pergamentrollen in einem Lufthauch der zwischen den Holzlamellen hindurchwehte. Er hatte beinahe einen ganzen Tag benötigt um seine Eindrücke aus den Ruinen der Zwerge niederzuschreiben. Und morgen würde er sie dem Bibliothekar Hougenoord übergeben.
Doch nun wollte er sich etwas Zeit für sich selbst gönnen. In den letzten Tagen hatte sich eine Aufgabe an die Nächste gereiht und der Magier hatte kaum einen Moment zum verschnaufen gehabt. Umso wichtiger war es für ihn zumindest ein paar Stunden nur mit dem zu füllen was ihm gut tat. Langsam und bewusst schloss er die Augen ließ seinen Geist schweifen.
Er dachte an die großen Weizenfelder Gonds, die endlose Sandwüste in Silas und die dichten Wälder Amiriths. Gleichzeitig entspannte sich der Magier mehr und mehr.


Vorsichtig öffnete Simon die Tür und trat hinaus in den Regen. Es war eine willkommene Abwechslung nach der langen Übungsstunde mit Luran. Seine Schultern schmerzten und seine Handflächen brannten von den Übungen.
Doch er hatte auch deutliche Fortschritte gemacht und war dafür gelobt worden. Laut seinem Meister war das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist wichtig. Dementsprechend abwechslungsreich war seine Ausbildung. Einen langen Moment stand er nur da und genoss die kühlen Tropfen. Dann lief er los. Sein heutiges Ziel war der Marktplatz. Wenn er über den nördlichen Stadtteil lief und dann einen Bogen über den Westen der Stadt schlug, würde er eine gute Stunde für die Strecke brauchen.

Der junge Mann bog gerade in eine andere Straße ein, als er verwundert stehen blieb. Gerade hatte eine Gruppe Soldaten aus Gond seinen Weg gekreuzt. Die gerüsteten Zerrten einen Mann mit sich der sich heftig wehrte. Ein aussichtsloses Unterfangen, welches von einem der Legionäre mit einem Schlag gegen die Schläfe des bedauernswerten Mannes beendet wurde. Der junge Adept wunderte sich. Seit wann war die Legion in Aron und seit wann übernahmen sie die Aufgabe der Stadtwache?

Vorsichtig und mit gebührendem Abstand folgte der in braune Leinenhosen und ein luftiges graues Leinenhemd gekleidete Adept. Er wollte sehen was diese Soldaten mit jenem Mann machten. Und warum sie taten was sie taten.
Über die verwinkelten Gassen des südlichen Stadtteils brachten die Männer ihren Gefangenen zu den Stadttoren. Sie verließen mit ihm die Stadt, jedoch war ihr Ziel nicht weit entfernt. Bei einem der Bäume an Wegesrand machten sie halt. Die Wachen wirkten geübt in ihrem Tun. Während einer den Gefangenen fesselte, knüpfte der nächste eine Schlinge. Der dritte Legionär ritzte etwas in eine tönerne Tafel ein und fädelte eine Schnur durch Löcher an den Ecken der Tontafel.
Dann ging alles schnell. Ohne viel Federlesens warf der Legionär der die Schlinge geknüpft hatte das Lange Seil über einen hoch wachsenden Ast. Die Schlinge wurde dem immer noch bewusstlosen Gefangenen über den Kopf gelegt. Nachdem der dritte Legionär die Schnur mit der Tafel um den Hals des Mannes gebunden hatte, zogen zwei seiner Kameraden den gefesselten Mann nach oben. Entsetzt beobachtete der angehende Magier wie der Körper des Mannes nach Luft rang und vergeblich versuchte gegen sein Ende anzukämpfen. Nachdem sie das ende des Seils am Baum selbst festgebunden hatten trat einer der Soldaten vor den sterbenden. Er umfasste die Hüfte des Mannes und ließ sich fallen. So verkürzte er das Leiden des Mannes und machte eine Rettung des Mannes zunichte.
„Warum tut ihr so etwas?“, fragte der schockierte Adept als die Soldaten an ihm vorbei zum Tor gingen. „Warum musste dieser Mann sterben?“
„Ließ, Junge! Dann weißt du warum.“ Mehr antworten erhielt er nicht von den Legionären.
Langsam, ja beinahe zögerlich trat Simon an den Toten heran und richtete seinen Blick auf die Tontafel um den Hals des Mannes. Dabei vermied er dem Gehängten ins Gesicht zu blicken. Kollaborateur, las der Adept und blickte die Straße entlang. Am nächsten Baum hing auch wieder ein Mann. Und am nächsten und an dem darauffolgenden auch. Galgenbäume so weit sein Blick reichte. Er schauderte und die Härchen an seinen Armen stellte sich auf. Grässlich, dachte der Junge und wandte den Blick ab.
Ohne einen weiteren Blick zurück rannte er wieder in die Stadt.

Er hatte nicht auf seinen Weg geachtet und war nur gerannt. Der junge Adept versuchte das gesehene weit von sich zu schieben, doch es schien ihm nicht so recht zu gelingen. Dafür gelang es ihm aber ausgezeichnet einen Karren mit Feldfrüchten zu übersehen. Abrupt abgebremst landete Simon auf seinem Hintern.
Langsam und über seine eigene Dummheit fluchend erhob er sich wieder und schlenderte zu der nicht weit entfernten Handelsgilde. Vor einer Bank vor dem Gebäude setzte er sich und seufzte schwer.

Lange saß der Junge so da, bis ein Gerüsteter das Gebäude der Handelsgilde verließ. Neugierig beobachtete er den Mann dessen eine Hälfte Gabriel war. Die andere Seite hatte die Erzmagierin aus lebendigem Stein erschaffen. Es sah so aus, als hätte man den Hauptmann einmal entlang der Längsachse geteilt und dann die rechte Seite durch eine lebensgetreue Abbildung aus schneeweißem Stein ersetzt.
Simon rief dem Hauptmann ein fröhliches Hallo zu und dieser erhob die linke Hand zum Gruß und lächelte einseitig.

Der angehende Magier blieb noch eine ganze Weile auf dem Bänkchen sitzen und genoss die Ruhe. Er mied den Gedanken an die ganzen Toten vor dem Stadttor. Nun da er sich wieder beruhigt hatte, verstand er selbst nicht mehr warum er so panisch reagiert hatte. Gesetze waren da um sie durchzusetzen. Und wer sie brach nahm willentlich die Konsequenzen in Kauf. Und so musste es denjenigen auch nicht verwundern, wenn er an einem Baum am Wegesrand endete.
Sich selbst beipflichtend erhob sich Simon und schlenderte in Richtung des Marktplatzes davon. Er hatte es aufgegeben seine Übungen heute noch zu beenden. Er wäre nicht bei der Sache und so brachte das ganze auch nichts.

Gemütlich schlenderte der Adept über den Markt und besah sich mit großen Augen alle möglichen Dinge. Vor dem Stand an dem er gerade stand bot ein Rüstungsschmied einige Teile zum instandsetzen von Rüstungen an. Es gab auch einige Gürtelfibeln und einige Tinkturen zum Brünnieren von Rüstungsteilen. Der Blickfang war aber eine Elfenrüstung.
Sie sah so leicht aus und sollte dennoch einem Pfeil aus einem Langbogen widerstehen. Als er den Schmied zu der Rüstung ausfragte, bekam er so langatmige Antworten dass sein Interesse sehr schnell schwand.
An einem Gewürzstand hatte er sich ein wenig zu weit vorgebeugt um am Feuerroten Paprikapulver zu schnuppern. Ein versehentlicher Stoß eines unachtsamen Kindes reichte damit er mit dem Gesicht in den ordentlich aufgehäuften Kegel stieß. Entgegen seiner Befürchtungen schimpfte ihn der Händler nicht aus, sondern lachte laut auf als Simon ihn anblickte. Offensichtlich hatte er ein sehr überraschtes und schockiertes Gesicht gemacht. Dennoch beschloss er sein Glück nicht zu strapazieren, also entfernte er sich schnellstmöglich.
Nachdem er sich das Gewürz vom Gesicht gewischt hatte, kaufte sich Simon einen Kandierten Apfel und suchte sich einen Platz auf einer Kiste. Sitzend verspeiste er das Karamellisierte Obst.

Seine Aufmerksamkeit wurde von einigen wütenden Rufen, davoneilenden Menschen und dem Klirren von Stahl in eine bestimmte Richtung gelenkt. Von seiner leicht erhöhten Position konnte der Junge sehen was sich ereignete.
Der Hauptmann der Wache und der gondsche General kämpften miteinander. Rhionaan ip Eltan vermutete dass dieser Konflikt darauf zurückzuführen sei, dass nicht nur der Körper Gabriels geteilt worden war. Laut ihrer Erklärung bildete der Eine ein Paradoxon für den jeweils Anderen. Deshalb gerieten sie so oft aneinander.
Doch diesmal war etwas anders. Normalerweise gingen die Kämpfe dieses Wesens immer unentschieden aus.
Der Hauptmann der Stadtwache strauchelte und der General wollte dieses Missgeschick ausnutzen. Der Hauptmann griff sich einen herumstehenden Besen und schaffte es dem General die Füße wegzuziehen. Behände rollte sich der Wächter herum und schaffte es dem General das Schwert in die fleischliche Brust zu rammen.
Ein Schrei erklang und eine Legionärin eilte zu dem sterbenden General. Neben ihm sank sie auf die Knie und versuchte die Verletzung zu behandeln.
Währenddessen erhob sich der Hauptmann der Wache und klopfte sich den Staub ab. Routiniert gab er Befehle an einige Untergebene. Simons Aufmerksamkeit galt jedoch der Legionärin. Sie hatte es mittlerweile aufgegeben den General am Leben halten zu wollen. Still weinend begleitete sie die letzten Augenblicke im Leben des Mannes der ihr anscheinend viel bedeutet hatte.

Nachdem der Mann gestorben war griff die Legionärin nach einem Holzstab und erhob sich mit geröteten Augen. Langsam ging sie in die Richtung der Stadtwachen. Etwas in ihrem Blick jagte dem Adepten eine unsagbare Furcht ein. Er wusste nichts über diese Frau. Doch er wollte ihr unter keinen Umständen näher kommen.
Ein Wächter der versuchte die Legionärin aufzuhalten verlor erst eine Hand und wenige Augenblicke später seinen Kopf. Auch wenn er Angst vor dieser Frau hatte, diese ungewöhnliche Waffe weckte seine Neugierde.
Die Legionärin wirkte keinesfalls aufgebracht, wütend, oder trauernd. Vielmehr entschlossen und bereit ihr Vorhaben bis zur letzten Konsequenz durchzuführen.

Nachdem der enthauptete Wächter umgekippt war und der Hauptmann sich umdrehte, sprintete die Legionärin los. Sie rammte den Hauptmann mit der Schulter und brachte ihn so ins Taumeln. Mit einer anmutigen Bewegung durchtrennte sie Muskeln, sehnen und Knochen. Der Hauptmann stürzte und hielt sich den nutzlos herabhängenden Arm. Die Legionärin wich einem Wächter aus und hieb ihm mit dem Schwert auf den Hinterkopf. In der gleichen Bewegung führte sie die Klinge gegen den ungeschützten Hals des Hauptmannes. Der Schnitt war meisterlich geführt. Genauso Meisterlich wie der Schuss eines Wächters, der das Leben der Legionärin beenden würde. Als die Frau fiel verschwamm der Blick des Jungen.


Der Kampfmagier atmete langsam ein und wieder aus. Die Bilder die er gesehen hatte waren seltsam. Doch die Botschaft war klar. Nun konnte er endlich den Finger auf diese unbestimmte Sorge legen. Diese Tatsache beruhigte den Magier auch. Das weitere Vorgehen war nun klar. Aber er musste nichts überstürzen. Es war nicht nötig sofort Maßnahmen zu ergreifen.
Wahrscheinlich würde bereits ein simples Gespräch dieses Problem aus der Welt schaffen. Und er wollte ohnehin mit diesem Gabriel sprechen. Es passte also gut zusammen.
Wieder schloss der Magier die Augen. Diesmal versank er jedoch nicht in einer Trance.
Nach wenigen Augenblicken lächelte er, öffnete die Augen und war dann verschwunden.
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